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„Sprache und Betroffenheit“







Tagung des Forschungsnetzwerks  »Sprache und Wissen«
organisiert von Marlen Buß (Heidelberg), Wolfgang Imo (Hamburg) und Ekkehard Felder (Heidelberg)
27. bis 29. September 2023
Akademie der Wissenschaften, Karlstraße 4, 69117 Heidelberg

„Betroffenheit boomt als Konzept“ (Hannig 2022¹). Ursprünglich eine administrative Beschreibungskategorie für Verwaltungsmaßnahmen, hat sich das Konzept der Betroffenheit seit Beginn der 70er-Jahre zu einem (emotionalen) Leitbegriff zeitgenössischer Diskurse entwickelt. Diese Entwicklung spiegelt nicht zuletzt den aktuellen Mediendiskurs wider: Betroffenheitsbekundungen stilisieren sich zu einem ambigen Leitkonzept – sind seit jeher nicht mehr auf Kontexte der Anteilnahme („Mit großer Betroffenheit…“) beschränkt. Das diskursive Verständnis von ›Betroffenheit‹ beschränkt sich zumeist auf die emotionale Bedeutungskomponente des Konzepts. Repräsentativ für dieses Diskursverständnis ist die Umschreibung als durchweg emotionales, mit rationalen Entscheidungen konkurrierendes Konzept ohne performativen Charakter.

Die Tagung „Sprache und Betroffenheit“ leistet einen wesentlichen Beitrag zur systematischen Erforschung des Betroffenheitskonzepts. In der Tradition des Forschungsnetzwerks „Sprache und Wissen“ werden Forschungsbeiträge angrenzender Wissensdomänen mit fachspezifisch linguistischen Fragestellungen verbunden und vor dem Hintergrund des Tagungsthemas Sprache und Betroffenheit zu einem Konsens zusammengetragen. Die (interdisziplinäre) Erfassung von Betroffenheit stellt ein Forschungsdesiderat in der Sprachwissenschaft dar: Sie trägt zur Operationalisierung und näheren Begriffsbestimmung eines hochkomplexen Konzepts bei, das sich konsequent zwischen ‚Privatheit‘ und ‚Öffentlichkeit‘ bewegt. Die Anschlussfähigkeit an relevante Wissensdomänen und die semantische Nähe zu verwandten Konzepten ermöglicht ein vielseitiges Tagungsprogramm, das einen gesamtgesellschaftlich relevanten Beitrag zur Betroffenheitsforschung leistet.

Weitere Informationen zu der Tagung:
Abstract
Tagungsprogramm als PDF
Homepage des Forschungsnetzwerks

Um Anmeldung per Mail wird gebeten. Sie können eine Mail zur Anmeldung senden an ekkehard.felder [@] gs.uni-heidelberg.de oder luth [@] ezs-online.de.

Tagungsprogramm

Mittwoch, 27. September 2023:

Uhrzeit Programmpunkt
09:30 UhrWorkshop der Graduiertenplattform «Sprache und Wissen» (Karlstr. 2, SR 004)
12:00 UhrEintreffen der Gäste
13:15 UhrBegrüßung durch Ekkehard Felder, Marlen Buß und Wolfgang Imo:
Das Forschungsnetzwerk «Sprache und Wissen» und Einführung in das Tagungsthema 2023 Einführung in die Jahrestagung 2022 des Forschungsnetzwerks «Sprache und Wissen»
14:00 UhrBetroffenheitskonjunkturen seit 1970
(Florian Hannig, Gießen)
15:00 UhrBetroffenheit und sprachliche Coping-Strategien im Kontext von Diskriminierungserfahrungen
(Evelyn Ziegler, Duisburg-Essen)
16:00 UhrKaffeepause
16:30 UhrBetroffenheiten rund um den Phänomenbereich des Genderns im Deutschen
(Helga Kotthoff, Freiburg)
17:30 UhrPostermesse
19:00 UhrKulturelles Abendprogramm

Donnerstag, 28. September 2023:

Uhrzeit Programmpunkt
09:00 UhrBetroffenheit als metainvektive Ressource
(Joachim Scharloth, Tokio & Heidelberg)
10:00 UhrHimmel, welcher Schimpf! (…) Ich bin Schneider? Incredulity Response Constructions in Dramen des Barock, der Aufklärung, des Sturm und Drang und der Klassik als Inszenierungsverfahren der Betroffenheit
(Wolfgang Imo, Hamburg)
11:00 UhrKaffeepause
11:30 UhrBetroffenheit und Recht
(Rainer Keil, Heidelberg)
12:30 UhrMittagspause
16:00 UhrBetroffenheitstypen in der (Psycho-)Onkologie
(Marlen Buß, Heidelberg & Andreas Ihrig, Heidelberg)
17:30 UhrPause und Postermesse
18:00 UhrPodiumsdiskussion «Betroffenheit in der Gesellschaft» mit Konstanze Marx, Familie Neustadt, Andreas Ihrig – Moderation Marlen Buß
19:30 UhrEmpfang des Forschungsnetzwerks «Sprache und Wissen» in der Akademie

Freitag, 29. September 2023

Uhrzeit Programmpunkt
09:00 Uhr„betroffen“, „Betroffene“, „Betroffenheit“: Einsichten in und Eindrücke aus ein- und mehrsprachiger medizinischer Kommunikation
(Kristin Bührig, Hamburg)
10:00 Uhr„… schließlich sind auch wir eine Selbsthilfevereinigung und respektieren deshalb, wenn Menschen in eigener Angelegenheit entscheiden wollen“: Sprachanfragen & Diskurse zum Thema sprachlicher Diskriminierung
(Carolin Müller-Spitzer, Mannheim)
11:00 UhrKaffeepause
11:30 UhrPraxisbericht der Beratungsstelle PLUS
(Marius Emmerich, Heidelberg & Em Brett, Mannheim)
12:30 UhrZusammenfassung, Diskussion der Ergebnisse und Planung der SuW-Tagung 2024
13:00 UhrEnde der Tagung