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Promotionskolleg

Promotionskolleg

Das Promotionskolleg „Sprachkritik als Gesellschaftskritik im europäischen Vergleich“ wurde von 2013 bis 2017 aus Mitteln der Landesgraduiertenförderung finanziert und von der Graduiertenakademie der Universität Heidelberg unterstützt. Das Kolleg ist zentraler Bestandteil im Projekt Europäische Sprachkritik Online (ESO), welches ebenfalls am EZS angesiedelt ist. Die Stipendiaten und Kollegiaten promovieren und arbeiten zu Themen, die die Kultivierung der europäischen Sprachkulturen einerseits und die Machtausübung und Beeinflussung durch Sprache in europäischen Sprachräumen betreffen.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie die Kollegiatinnen und Kollegiaten sind bei den Überlegungen, Planungen und Veröffentlichungen der Projektgruppe eng mit eingebunden und erhalten gleichzeitig eine intensive Betreuung durch mehrere Professorinnen und Professoren. Die Sitzungen in großer Runde werden regelmäßig zur Präsentation und Diskussion der Dissertationen genutzt. Aber auch außerhalb dieser Treffen finden sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie die Kollegiatinnen und Kollegiaten zum Austausch über aktuelle, meist auch öffentlich ausgetragene, sprachkritische Debatten zusammen. Hier steht ihnen sowohl für die Kommunikation mit Interessierten als auch für kleinere Veröffentlichungen ein Blog zur Verfügung. Die Reflexionen der Doktorandinnen und Doktoranden zur Debatte um Political Correctness in Kinder- und Jugendbüchern etwa wurden unter dem Titel „Negerkönig oder Südseekönig? Eine linguistischsprachkritische Stellungnahme“ in der Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur „Aptum (2014, Heft 1)“ veröffentlicht.

Bei Veranstaltungen und bei der Akquise der nationalen und internationalen Kooperationspartner legt die ESO-Gruppe großen Wert auf die Forschungsschwerpunkte und Ziele der Stipendiatinnen und Stipendiaten. Zur Eröffnung des Promotionskollegs im Januar 2013 sprach Prof. Dr. Deborah Cameron von der University of Oxford zu „Verbal Hygiene after 9/11: English, Language and Britishness“ und legte ihr Konzept von ʿSprachkritikʾ für das Englische dar. Im Mai 2014 wurde bei einem Workshop in Heidelberg mit nationalen und internationalen Expertinnen und Experten vor allem die europäische Ausrichtung des Projekts und die Anwendung von ʿSprachkritikʾ auf die anderen Sprachen intensiv diskutiert. Hier standen nicht nur die Überlegungen der gesamten ESO-Forschergruppe im Mittelpunkt, sondern auch ganz besonders die auf spezielle Bereiche ausgerichteten Projekte der Stipendiatinnen und Stipendiaten. Im Rahmen einer Ringvorlesung im Sommersemester 2014 zum Thema ‚Sprache und Identität‘ lud ESO wieder nationale und internationale Kooperationspartner zu Gastvorträgen ein. Das Promotionskolleg nutzte den Besuch der Expertinnen und Experten im Rahmen eines Vorgesprächs für die Vorstellung der einzelnen Arbeiten und den Austausch zu den Zielen der gesamten Gruppe.

Am 21. November 2017 sprach Prof. Dr. Hans-Martin Gauger von der Universität Freiburg im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Promotiionskollegs zu „Sprachkritik und Sprachwissenschaft“ im Ernst-Robert-Curtius-Saal.

Aktuelle Aktivitäten

Im Dezember 2017 ist der erste Band des Handbuchs Europäische Sprachkritik Online (HESO) erschienen. Das Handbuch wird von der EZS-Projektgruppe „Europäische Sprachkritik Online“ (ESO) herausgegeben. In der ersten Ausgabe widmen sich die Autorinnen und Autoren dem Zusammenhang zwischen Sprachnormierung und Sprachkritik. Das Handbuch wird in fünf Sprachen im Verlag heiUP publiziert. Bei Interesse kann das Handbuch neben dem Online-Zugang auch in jeder Buchhandlung als print on demand-Version bestellt werden. Im zweiten Band, der 2018 erscheinen wird, geht es um den Zusammenhang zwischen Standardisierung und Sprachkritik. Die Mitglieder des Promotionskollegs sind aktiv in die Arbeit am Handbuch eingebunden.